Mein Lebenslauf

Hanne Mit Fahrrad
 

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie mein persönlicher Lebensweg interessiert, dann können Sie im Folgenden vielleicht etwas Spannendes und Interessantes aus meinem bisherigen Leben erfahren.

 

Es ist das Jahr, in dem die USA den ersten Wettersatelliten ins Weltall schicken und Hitchcock die Kinobesucher mit seinem Film „Psycho“ in Angst und Schrecken versetzt. Der Film „Ben Hur“ gewinnt unglaubliche elf Oscars während im Süden Ägyptens die Bauarbeiten am Assuan-Staudamm beginnen, die rund 11 Jahre dauern werden. Albert John Luthuli erhält den Friedensnobelpreis. Die Olympischen Sommerspiele finden in Rom, die Winterspiele in Squaw Valley statt. Der 18-Jährige Cassius Clay, der mich später noch mehrfach vor dem Fernseher fesseln wird, gewinnt in Rom olympisches Gold. Der Hamburger SV wird in diesem Jahr Deutscher Fußballmeister und Borussia Mönchengladbach gewinnt den DFB-Pokal. In dem Jahr, in dem die Antibabypille auf den Markt kommt und für den sogenannten Pillenknick in den Geburtsstatistiken sorgt, werde ich am 12. Juli als sechstes von sieben Geschwistern im beschaulichen Bunderhee, einem kleinen Ortsteil der Gemeinde Bunde, geboren. Es ist ein Dienstag, es ist das Jahr 1960.

Mit meinen Eltern Wübbine („Bibi“) und Detert sowie fünf meiner sechs Geschwister verbringe ich eine einfache und meist glückliche Kindheit in unserem kleinen Haus in der Schulstraße in Bunderhee.

Erst mit dem Besuch der weiterführenden Schule verbringe ich zunehmend mehr Zeit direkt in Bunde, wo ich später auch meinen Hobbys nachgehe. Man glaubt es heute vielleicht kaum, aber Fuß- und Handball, aber auch der Schwimmsport zählten schon damals zu meinen Leidenschaften. Alle drei Sportarten betreibe ich damals aktiv und teilweise auch mit beachtlichen Erfolgen. Durch unsere gemeinsame Handball-Leidenschaft lerne ich als junges Mädchen Mitte der 1970er Jahre meinen Mann Wilfried kennen.

1977 beginne ich bei der damaligen Samtgemeinde Bunde meine Ausbildung zur Verwaltungsangestellten. Ein Job, der mir wirklich sehr viel Spaß macht; mit tollen Kolleginnen und Kollegen im Bunder Rathaus. Zu einigen gibt es auch heute noch guten Kontakt.

Kurz nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung beginnen mein Mann und ich mit dem Bau unseres eigenen Hauses in der Wiesenstraße in Bunde, wo wir auch heute noch leben. In diesem Haus steckt viel Arbeit; Freunde und Familie haben über zwei Jahre lang abends nach der Arbeit und am Wochenende mitgeholfen, unser Traum vom Haus zu verwirklichen. Eine Zeit, in der wir auch an unsere Grenzen kamen. Heute muss man sagen: der Haus(um-)bau hört eigentlich nie so ganz auf. Es gibt immer etwas zu tun und neue Ideen zu verwirklichen. Aber auch das ist gut so, denn mein Zuhause ist mein Ruhepol. Kurz nach Fertigstellung unseres Hauses folgt 1982, am 05. November unsere Hochzeit.

Etwa zeitgleich verstirbt Anfang der 1980er Jahre mein Vater. Durch mehrere Schlaganfälle meiner Mutter kurze Zeit später entschließe ich mich gemeinsam mit meinem Mann Mitte der 80er Jahre meinen Beruf aufzugeben und meine pflegebedürftige Mutter zu uns nach Hause zu holen. In dieser Phase bekommen wir 1986 im April unsere Tochter Tomke und knapp zwei Jahre später im Februar 1988 unseren Sohn Wilko. Leider verstirbt zwei Jahre später viel zu früh meine Mutter nach einem weiteren Schlaganfall. Ein großer Verlust für meine Geschwister und mich, aber auch für meine Kinder, die mit ihrer Oma bis dahin täglich zusammen sein konnten. Trotz der Pflegebedürftigkeit meiner Mutter waren diese intensiven, gemeinsamen Jahre ein großes Geschenk.

Nach dem Tod meiner Mutter 1990 bleibe ich zunächst noch einige Jahre zuhause und kümmere mich voll und ganz um meine Familie. Bereits 1986 war ich jedoch in die SPD eingetreten und fand in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik bei uns in Bunde meinen Ausgleich und meine neue Leidenschaft. Ich war als junge Heranwachsende schon immer ein politischer Mensch und wollte mich nun, auch mit meinen gesammelten Erfahrungen, einmischen und etwas bewegen.

In den letzten Jahren des alten Jahrtausends kümmere ich mich vor allem um meine ältere Schwester Annegret. Bereits kurze Zeit nach dem Tod unserer Mutter erkrankte meine Schwester erstmals an Krebs. Nach einer erfolgreichen Behandlung und einigen gesunden Jahren kam der Krebs leider zurück und ein jahrelanger Kampf gegen die Krankheit begann. Wir verbrachten eine lange und schlimme aber auch eine sehr intensive Zeit miteinander, an dessen Ende ich mich 1999 leider von meiner Schwester verabschieden musste. Diese Zeit und dieser Verlust haben mich wie kaum ein anderes Ereignis in meinem Leben geprägt. Diese Verbindung war immer besonders und wird immer besonders bleiben.

Meine Kinder sind mittlerweile junge, selbstständige Persönlichkeiten und ich möchte etwas Neues ausprobieren, wieder am Berufsleben teilnehmen. In dieser Zeit bekomme ich von unserem damaligen Landtagsabgeordneten Helmut Collmann die Möglichkeit als Mitarbeiterin im SPD-Büro in Leer anzufangen. Die Herausforderung nehme ich gerne an, kann ich doch so meine Leidenschaft für Politik auch beruflich ausleben. Die Kommunalpolitik bleibt aber mein Steckenpferd. Ich habe das große Glück in den Bunder Gemeinderat und den Kreistag Leer einzuziehen. Ich werde stellvertretende, ehrenamtliche Bürgermeisterin meiner Heimatgemeinde und Vorsitzende der SPD im Kreis Leer.

Als sich Helmut Collmann entschließt, bei den Landtagswahlen 2003 nicht wieder zu kandieren, werde ich als seine Nachfolgerin nominiert. Eine große Herausforderung, vielleicht die Größte meines bisherigen, politischen Lebens, aber auch eine große Ehre. Es ist die Chance das Hobby zum Beruf zu machen; die Chance in Hannover wirklich etwas für unsere Region, meine Heimat bewegen zu können. Bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag 2003 werde ich als Neuling mit einem Direktmandat in den Niedersächsischen Landtag gewählt. Eine wirklich tolle Aufgabe, die ich jetzt schon mehr als 12 Jahre ausüben darf. Dafür bin ich sehr dankbar, sowohl meinen Wählerinnen und Wählern als auch meiner Familie, die mich hierbei uneingeschränkt und jederzeit unterstützt.

Während am 1. August 2006 das ganze Land noch auf der Euphoriewelle der vergangenen Fußball WM in Deutschland schwimmt, stirbt mein Bruder Alfred völlig unerwartet an einem Herzinfarkt während einer seiner üblichen Laufrunden durch Leer. Ich bin froh, dass er als fußballverrückter Mensch diese besondere WM noch erleben konnte. Im Sommer 2012 folgt ihm nach kurzer, schwerer Krankheit mein Schwager Martin, 2014 plötzlich und unerwartet meine Schwägerin Anja an einem Herzinfarkt. Beides abermals schlimme Ereignisse und große Verluste für meine Familie, die mich bis heute sehr beschäftigen und mein Leben nachhaltig verändert haben. Gerade durch diese Erlebnisse ist der Familienzusammenhalt aber auch enorm gewachsen. Dieser Zusammenhalt ist eine wichtige Stütze in meinem Leben.

Trotz der vielen traurigen Momente verliere ich die Lust am Leben nicht und mache einfach immer weiter. Schließlich folgt nach jeder schweren Phase im Leben meist eine Gute!

So durften mein Mann und ich 2010 die Hochzeit unserer Tochter und unseres Schwiegersohns Daniel feiern, bereits 2011 die Geburt unserer ersten Enkeltochter Amelie erleben. 2014 folgte ihr unsere zweite Enkeltochter Jule. 2015 hatte für uns gleich zwei Highlights zu bieten. Nach der standesamtlichen Trauung unseres Sohnes und unserer Schwiegertochter Ines im Mai auf Norderney, kam im Dezember unser drittes Enkelkind, unser erster Enkelsohn Moritz zur Welt.

In meiner Oma-Rolle gehe ich richtig auf. Auch wenn die gemeinsame Zeit mit meinen Kindern und Enkelkindern sehr knapp bemessen ist, genieße ich sie in vollen Zügen!